Dr. Sepp Fennes - Beratung und Training
Persönlichkeitsentwicklung und bedürfnisorientierte Kommunikation

Das Modell der 6 Seins-Ebenen hilft den Begriff des „ICH“ (auch Selbst, Person oder Seins-Prozess) transparent zu machen, um Orientierung und Verständnis bezüglich des inneren Bezugsrahmens einer Person zu fördern und die möglichen Ebenen der Selbstfürsorge sowie der Begleitung abzubilden. Jede der modellhaft angenommenen Seins-Ebenen umfasst einen „Prozessanteil“ (gegenwärtige Vorgänge) und einen „Speicheranteil“ (=Abbildung der bisherigen Lebenserfahrungen). Alle Ebenen stehen im ständigen Austausch miteinander und generieren das, was wir landläufig „Ich“ nennen.

Die 6 Ebenen im Einzelnen:
Der Körper: Er ist Dreh- und Angelpunkt unserer Seins-Erfahrungen im subjektiven Wahrnehmungsfeld (= individuelle „Realität“), unser organisches, materielles Selbst.

 

Die Bedürfnisse: Die Erhaltung und Entfaltung des Organismus in all seinen Aspekten ist untrennbar mit der Befriedigung der grundlegenden körperlichen, sozialen, emotionalen, intellektuellen und spirituellen Bedürfnisse verbunden, die allen Menschen gemeinsam sind, wie z.B. Wertschätzung, Anerkennung, Autonomie, Kontakt, Geborgenheit, Würde.

Die Gefühle: Damit sind die komplexen, psychosomatischen Geschehen gemeint, die uns die Übereinstimmung der Innenwelt mit der Außenwelt anzeigen, insbesondere den Grad der Bedürfniserfüllung (z.B. Freude, Liebe, Trauer, Wut, Zorn, Empörung, Scham, Groll).

Die Bilder: Ein großer Teil unserer Lebenserfahrungen beinhaltet Bilder, schon lange bevor wir fähig sind zu verbalisieren. Bilder + Symbole entfalten in unserem Erleben in vielfältiger Weise große Wirkmacht  und helfen uns bei der Integration von Seins-Erfahrungen.

Das Denken: Es umfasst alle kognitiven Prozesse, insbesondere die Bewertung der aktuellen Seins-Erfahrungen, die daraus resultierenden Schlussfolgerungen sowie die Steuerung entsprechender Verhaltensweisen. Weiters enthält diese Ebene das persönliche „Glaubenssystem“, ein individueller „Werte- und Normen-Mix“ aus den verschiedensten weltanschaulichen und erfahrungsbezogenen Quellen. Idealerweise unterstützt das „Glaubenssystem“ die Erhaltung und Entwicklung der Persönlichkeit, insbesondere hinsichtlich der Bedürfniserfüllung. Inkongruenzen von Glaubenssystem und Bedürfnissen führen in der Regel zu Problemen bzw. inneren und äußeren Konflikten.

Die Interaktion: Darunter sind alle Input-Prozesse (Sinneswahrnehmung aller Art, Beobachtung) sowie Output-Prozesse (alle Arten aktiver und reaktiver Ausdrucksformen, Handlungen) zu verstehen, von der Anpassung der körperlichen Parameter (z.B. Atmung) über Mimik, Gestik, Körpersprache hin zum verbalen Kommunizieren und faktischen Handeln.

Die auf Basis der Seins-Ebenen generierte, individuelle „Persönlichkeit/Identität“ erfährt durch die laufenden Seins-Erfahrungen verbunden mit entsprechender Selbstreflexion immer wieder eine Aktualisierung, Reorganisation und Weiterentwicklung. Selbstfürsorge setzt gezielt und vielfältig auf den 6 Seins-Ebenen an.